Dr. Janina Nentwig

VORTRAG AM MONTAG, 11/02/2019

Dr. Janina Nentwig, Berlin, spricht über:

„Zwischen Enthusiasmus und Bratkartoffeln“
Die Novembergruppe und der Kunstmarkt 1919–1932

Datum: 11/02/2019, 18:15 Uhr
Ort: Raum A 111, Architekturgebäude der TU, Straße des 17. Juni 150/152, 10623 Berlin

Im Anschluss an den Vortrag laden wir herzlich zu einem Umtrunk ein.

Unbekannter Fotograf: Große Berliner Kunstausstellung 1928, Mitglieder der Hängekommission der Novembergruppe mit ihrem damaligen Geschäftsführer, dem Kunsthändler Hugo Graetz (2. von links), Berlinische Galerie © Berlinische Galerie

++Titel, Abstract und CV sind immer in der jeweiligen Vortragssprache wiedergegeben.++

Abstract: Gegründet in den Wirren der Novemberrevolution von 1918 prägte die Novembergruppe mit zahlreichen Ausstellungen, Konzerten, Film- und Tanzvorführungen das Kulturleben in Berlin während der Weimarer Republik. Erklärtes Ziel der multidisziplinären Vereinigung war dabei die „engste Vermischung von Volk und Kunst“. Von Beginn an schwor der Zusammenschluss seine Mitglieder auf die Kraft der Kunst ein, eine neue, demokratische Gesellschaft mitgestalten zu können. Dass insbesondere die Ausstellungen der Novembergruppe allesamt auch Verkaufsveranstaltungen waren, ist ein bislang kaum bekannter Aspekt dieser revolutionären Künstler*innengemeinschaft. Wie gestaltete sich das Agieren der Gruppe am Kunstmarkt? Mit welchen Kunsthändlern arbeitete sie zusammen? Und wie standen die Kunstschaffenden zu dem unausweichlichen Konflikt zwischen Idealismus und Existenzsicherung?

Janina Nentwig studierte in Münster und Wien Kunstgeschichte, Europäische Ethnologie und Kommunikationswissenschaft. Nach einem wissenschaftlichen Volontariat in der Berlinischen Galerie – Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur wurde sie 2008 mit einer Arbeit zur „Aktdarstellung in der Neuen Sachlichkeit“ promoviert, die 2011 im Peter Lang Verlag erschien. Als freie Autorin und Wissenschaftlerin veröffentlichte sie zahlreiche Aufsätze zur Kunst der Klassischen Moderne. 2015 bis 2017 führte sie mit einem Stipendium der Gerda Henkel Stiftung ein Forschungsprojekt zur Novembergruppe an der Berlinischen Galerie durch. Für das Museum kuratierte sie 2018 gemeinsam mit Ralf Burmeister die Retrospektive „Freiheit. Die Kunst der Novembergruppe 1918–1935“, die noch bis zum 11. März 2019 zu sehen ist. Der gleichnamige Katalog wurde im Prestel Verlag publiziert.

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